Einen "merkwürdigen und monumentalen" Fotoroman verfolgt
Welt-Kritiker Hannes Stein mit Spannung im
Guggenheim-Museum in Manhattan: Die Fotokünstlerin
Taryn Simon erzählt in Bildern vom Leben eines ehemaligen FBI-Agenten, mit dem sie jahrelang in Kontakt war. Die Schau "Father Country I Do Love You" führt vorbei also an einigen "Entsetzlichkeiten" der jüngeren amerikanischen Geschichte, zum Beispiel dem
Bombenanschlag von Al-Qaida auf die amerikanische Botschaft in Kenia 1996: "In jenem Abschnitt sehen wir Porträts von 36 Kenianern, die, als die Bombe hochging, ihr Augenlicht verloren haben. Unter jedem Bild steht ein kurzer Satz, der beschreibt, was das Letzte war, was jedes der Opfer
vor der Explosion erblickt hat. (...) Ein Abschnitt handelt von einem Mann, der einem Unfall zum Opfer fiel, aber als potenzielles Mordopfer behandelt wurde. Die FBI-Agenten erhielten den
sinnlosen Befehl, den Unfallort umzugraben und alles Verdächtige zutage zu fördern; sie fanden lediglich Überbleibsel aus dem amerikanischen Bürgerkrieg. Taryn Simons Fotos zeigen jedes einzelne verrostete Relikt, als sei es von ausgesuchter Wichtigkeit - was auf groteske Weise lustig ist."
Weitere Artikel: Kerstin Holm schaut sich für die
FAZ aktuelle Kunstausstellungen in Russland an, die zwischen Staatstreue und Eskapismus changieren. Die südafrikanische Konzeptkünstlerin
Usha Seejarim erzählt im
taz-Interview, wie sie dazu kam, in Bremen einen Gedenkort für den 2005 in Polizeigewahrsam gestorbenen
Laye-Alama Condé zu gestalten. Besprochen wird die Schau "Maria Magdalena" im
Frankfurter Städel (
SZ), die Ausstellung "The Unworlding: MEPAINTSME × WESERHALLE" in der
Weserhalle Berlin (
taz) und die Ausstellung "Anna Oppermann: Das Blaue vom Himmel" im
saasfee*pavillon in Frankfurt am Main (
taz).