Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.07.2005
Als ebenso riskant wie reizvoll bewertet Angela Schader das Unterfangen dieses Romans von Abbas Maroufi. Darin variiert der seit 1996 im deutschen Exil lebende Iraner den persischen Klassiker "Die blinde Eule" von Sadegh Hedayat. Das Experiment scheint geglückt zu sein. In der Vorlage geht es um einen opiumsüchtigen Maler, der immerzu das gleich Bild einer jungen Frau in schwarzem Kleid malt an einem Bach, die gerade einem Greis eine Windenblüte reicht, wie Schader schildert. Maroufi nun erzählt die Geschichte dieser Frau, verlegt in die Islamische Republik, und er tut dies, wie Schader beschreibt, weniger radikal, weniger dicht, dafür mit einem größeren Erfahrungsspektrum. Und auch dass Maroufi die Liebe an die Stelle der Obsession treten lässt, erscheint der Rezensentin als vertretbar.
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