Zu Faust gehört die Unzufriedenheit mit der gegebenen Welt und der Wunsch, sie nach seinen Bedürfnissen zu verändern, auch wenn dies mit großen Risiken verbunden ist. Die vorliegende Interpretation zeigt, wie Goethe diese Thematik aus der frühen Neuzeit in seinem Werk modifiziert und sie angesichts der modernen Zeit mit ihren damals bereits absehbaren technischen und gesellschaftlichen Perspektiven "durchspielt". Dabei geht es vor allem um die Frage, welche Folgen es für Natur und Menschen haben wird, wenn sich die faustische Ideologie in der Geschichte durchsetzt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.10.2002
Die von Alwin Binder in dialogischer Form präsentierten Interpretationen zu Goethes Faust sind bei dem "pzz" zeichnenden Rezensenten ziemlich gut angekommen. Der unübliche Weg, den Binder mit seinem Werk geht, indem er Faust als "work in progress" versteht und interpretiert, ist für den Rezensenten eine äußerst gelungene Methode, die verschiedenen Entwicklungsstufen Stücks auch für Nichtgermanisten verständlich zu machen. In diesem "angenehm-lockeren Lehrgespräch" zeigt sich die "lebenslange didaktische Erfahrung" des Autors, so "pzz" in seiner kurzen Rezension. Hiermit reihe sich Binder in die heute vorherrschende Gesamttendenz ein, Goethes Faust von seinem hohen Ross herunterzuholen und einer "vielseitigen Kritik am modernen Menschen" zuzuführen.
Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr… Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…