Aus dem Französischen übersetzt von Lis Künzli. "Lebe den Moment! Sei gesellig! Arbeite nicht zu viel! Auf in die Natur!" Solche Aufforderungen hört man gern - vor allem, wenn sie von einem der klügsten Köpfe kommen, die Frankreich zu bieten hat. Mit seinen fast 600 Seiten umfassenden "Essais" hat uns Michel de Montaigne ein großes Werk der Weltliteratur und Lebensphilosophie hinterlassen. Antoine Compagnon, angesehener Literaturprofessor am Collège de France und einer der führenden Montaigne-Spezialisten weltweit, hat die zentralen Textpassagen ausgewählt - Betrachtungen über die Liebe, die Freundschaft und die Einsamkeit, über das Maßhalten, die Eitelkeit, den guten Schlaf und den Tod. In vierzig Kapiteln ergänzt er seine Auswahl mit klugen Hintergrundinformationen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.07.2014
Dass er den Autor, seines Zeichens Lehrstuhlinhaber am College de France, endlich einmal auf Deutsch lesen kann, ist für Helmut Mayer das eine. Das andere sind die Häppchen aus Montaignes "Essais", die Antoine Compagnon ursprünglich fürs Radio zubereitet hat und dem Leser nun als Buch kredenzt. Skeptisch nähert sich der Rezensent der Präsentationsform aus berühmten Passagen der "Essais", historisch-Biografischem und Compagnons Exegesen, verteilt auf 40 kleine Kapitel, und stellt fest: Das Ganze macht Freude!
Sympathie bekundet Christof Forderer für Antoine Compagnons Buch über Montaigne. Die Ausführungen des französischen Literaturwissenschaftlers über den großen Essayisten und Philosophen findet er klug, anregend und locker geschrieben, wenn auch manchmal etwas "hausbacken". Doch will er dies dem Buch nicht zum Vorwurf machen, zumal es dem Leser einen "Sommer mit Montaigne" verspricht - ein Versprechen, das der Autor nach Ansicht von Forderer auch einlöst. Denn das auf einer Reihe von Radiofeatures basierende Werk lässt sich seines Erachtens auch gut am Stand lesen.
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