Hitler und Thomas Mann waren nicht nur politische Feinde, sie waren auch Gegenspieler, wenn es ums das geistige Erbe Richard Wagners ging. Das wusste der ehrgeizige Dirigent Knappertsbusch für sich zu nutzen - mit nachhaltigen Folgen. Hitler als Wagnerianer - diese Leidenschaft prägt die Persönlichkeitsbildung und zieht sich als rote Linie durch Hitlers Leben von der Jugend in Linz bis hin zum Untergang im Führerbunker. Zum ersten Mal beschreibt Hans Rudolf Vaget diese Konstante mit all ihren Facetten, Voraussetzungen und weitreichenden Folgen. Gegen das deutschnationale Wagner-Bild Hitlers setzt Thomas Mann ein weltoffenes, dem modernen Denken verpflichtetes Verständnis von Wagners Kunst und Leben. Damit fordert er die bayreuthhörige Wagner-Gemeinde heraus, die sich, an vorderster Stelle Hans Knappertsbusch, militant gegen Thomas Mann aufstellt. In diesem Kampf um Wagners Erbe zeigt sich - mit desaströsen und bis heute wahrnehmbaren Folgen - das Ringen um eine deutsche Identität.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.07.2017
Jens Malte Fischer begegnet Hans Rudolf Vagets Buch mit der Achtung vor einem Lebenswerk. Erkenntnisse aus früheren Büchern des Autors, erklärt er, fließen hier zusammen zum souveränen, lesefreundlichen Resümee eines intimen Kenners sowohl Wagners als auch Thomas Manns. Wagners Bedeutung für Hitler und Mann vermag ihm der Autor herauszuarbeiten und aus einem scheinbar abgearbeiteten Thema neue Funken zu schlagen. So erscheinen dem Rezensenten Hitler in seiner Wagner-Verehrung, der Dirigent Hans Knappertsbusch als Vermittler und Thomas Mann mit seinem Vortrag "Bruder Hitler" in zwar bekanntem, doch hellerem Licht.
Caroline Wahl: 1999 Meter über dem Meer Der Selbstfindungstrip nach Bali? Samara hat niemanden gefunden. Die hippe Agentur in Berlin-Mitte? So öde wie irgendein anderer Job. Samara weiß, was sie alles nicht mehr… Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…