Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2026
ISBN
9783455022216 Gebunden, 208 Seiten, 26,00
EUR
Klappentext
An einem schönen Frühlingstag wird die Berliner Journalistin Lea Nowak von einem Auto erfasst. Ihr Herz steht still. Als es nach vier Minuten wieder schlägt, beginnt für Lea eine Zeit der radikalen Selbstbefragung. Was hat sie hierhergeführt - nach Berlin, in den Journalismus, in ihre Beziehungen, in die Rolle als Mutter? Waren es bewusste Entscheidungen, unvorhersehbare Fügungen oder reine Zufälle? Oder folgt ein Leben einer inneren Logik, die sich erst im Rückblick erkennen lässt?
Eigentlich hätte Rezensent Tilman Krause eine Art abschließenden, letzte Dinge klärenden Roman der 85 Jahre alten Autorin Monika Maron erwartet, stattdessen schreibt sie über eine 55-jährige Berliner Politikjournalistin, die ihre Rekonvaleszenzzeit nach einem Autounfall im Sommer 2024 nutzt, um sich über die großen Dinge im Leben Gedanken zu machen. Die titelgebenden vier Minuten war sie klinisch tot, sie begibt sich auf die Suche nach Erklärungen, kommt aber wegen ihres "etwas kümmerlichen Rationalismus" nicht so richtig dazu, sich auf Fragen um Gott und Übersinnliches einzulassen, wie Krause resümiert. Immerhin benennt sie sich in Leonora um, um zu zeigen, dass sich ihr Horizont erweitert hat und sie nach vier Monaten Genesungszeit etwas offener durch die Welt geht. So kann sie auch die Enttäuschungen ihres Beziehungslebens reflektieren, ihre erste große Liebe hatte kurz vor der Wende die DDR verlassen und sie war zu verletzt, sich danach noch einmal auf ihn einzulassen, erklärt der Rezensent. Maron schreibt ihm zufolge präzise, klar, schlicht und ihre Figur bietet sicher Identifikationspotenzial, auch wenn man nicht jede ihrer Entscheidungen versteht.
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