Bertz und Fischer Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783865053510 Kartoniert, 136 Seiten, 14,00
EUR
Klappentext
Vermutlich hat kein Songwriter des 20. und 21. Jahrhunderts bei Intellektuellen und Philosophen so viel Aufmerksamkeit erregt wie Bob Dylan. Obwohl er im engen Sinne weder ein Intellektueller noch ein Philosoph ist, kann man durchaus von einer Dylan'schen Songphilosophie sprechen. Jenseits der strikten Gepflogenheiten und Begrenzungen des modernen philosophischen Diskurses nimmt der Künstler sich dieselben Freiheiten, die auch antike Philosophen besessen haben: unbedingte Subjektivität statt Systemzwang, Feier des Augenblicks und das Freisetzen einer Vielfalt von Blicken auf die Welt und das eigene Ich. Dylans Lebenswerk beweist, dass in Songs alles behandelt und erfahrbar gemacht werden kann, was existiert.
Rezensent Martin Krauss erscheint Rüdiger Dannemanns Versuch einer Annäherung an Bob Dylan als Auftakt einer Buchreihe bei Bertz + Fischer durchaus kongenial. Quasi nuschelnd untersucht der Philosoph Leitmotive und ergründet die Faszination an Dylan ontologisch, ohne viel Biografisches oder Propädeutik, erklärt Krauss erheitert. Dass Dannemann Marx, Adorno und Lukacs bemüht, um Dylans Texte zu analysieren - Krauss nimmt's hin, auch wenn die Ausarbeitung hinkt, wie er findet, und das Jüdische in Dylans Werk kaum Beachtung findet. Andererseits ist das Buch enorm gebildet, gibt er zu und verlegt sich darauf, den Band wie einen Dylan-Song zu lesen: mit assoziativem Verständnis und Freude an verblüffenden Wendungen. So geht´s, meint Krauss.
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