Luchterhand Literaturverlag, München 2026
ISBN
9783630878324 Gebunden, 288 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
Aus dem Englischen von Pociao und Roberto de Hollanda. Malaysia, Ende der 90er: Der sechzehnjährige Jay fährt mit seiner Familie in den Süden des Landes. Kürzlich ist der Großvater verstorben und hat ihnen Haus und Land hinterlassen. Einst eine blühende Farm, scheint der fortschreitende Verfall kaum noch aufzuhalten. Die Bäume sind krank, die Felder nach monatelanger Dürre vertrocknet. Dennoch soll Jay - auf Geheiß seines Vaters - zusammen mit Chuan, dem Sohn des Farmvorstehers, das Land bestellen. Oder das, was davon noch übrig ist. In der erstickenden Hitze auf den Feldern und in den Straßen der Stadt fühlt sich Jay immer mehr zu Chuan hingezogen. Doch das Erbe der Farm und die zunehmende Machtlosigkeit gegenüber der Natur und der Welt lasten schwer auf der Familie. Wird Jay überhaupt Gelegenheit haben, Chuan seine Gefühle zu zeigen?
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 28.08.2026
Tash Aw zeichnet in seinem Roman "Der Süden" das eindringliche Porträt einer Familie, in dem sich nicht nur komplexe, wandelnde Familienstrukturen zeigen, sondern auch eine Gesellschaft im Umbruch, beschreibt Rezensent Dirk Fuhrig. Im Zentrum dieses Romans steht der 16-jährige Jay. Lebendig und facettenreich erzählt Tash Aw von Jays chinesisch-stämmiger Familie in Malaysia, von seinen Schwestern, die studieren wollen, seiner Mutter, der der Schritt in die finanzielle Unabhängigkeit schwer fällt, von seinem tyrannischen Vater, von Jays Schulzeit, in der er für seine Homosexualität verachtet wurde und von seiner ersten großer Liebe zum älteren Chuan. Dabei will dieser Autor offenbar weder erschüttern noch anklagen, lesen wir. Seine Sprache ist keine Waffe, sondern ein Instrument, mit dem sich feinste Gefühlsverschiebungen aufzeichnen lassen, subtile sinnliche und emotionale Details. Indem Aw das Innenleben seiner Figuren sichtbar macht, eröffnet er auch den Blick auf den Wandel der malayischen Gesellschaft, erklärt Fuhrig. Pociao und Roberto de Hollanda haben diese Sprache sensibel und gekonnt ins Deutsche übertragen, so der beeindruckte Rezensent.
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